• Name des Verein / Organisation: Bündnis 90 / Die Grünen Edermünde

ÖPNV

Wieder kein Geld für eine Preisstufenreduzierung, obwohl die hohen Energiekosten, die Einkommensschwächeren unter uns als erste zum Umstieg vom Individualverkehr zum ÖPNV zwingen werden.

1,20 €/Einzelfahrt, von 5.90 € auf 4.70 €

Ersparnis bei:

Monatskarte     15,00 €

Wochenkarte      5,60 €

Die Argumente gegen eine Bezuschussung darf ich kurz einwerfen:

Die Edermünder Bürgerinnen und Bürger fahren eh nach Gunterhausen, dort zum KasselPlus Tarif oder zur Bushaltestelle an`s Ratio, dort gilt auch der Tarif KasselPlus.

Mittlerweile hat auch Guxhagen sich in die Preisstufe 3 eingekauft, also auch dort geht es günstiger.

Können wir uns jetzt die Hände reiben und lassen unsere Nachbarn für den ÖPNV zahlen?

Es gibt schon einen Grund, warum es auf der Strecke Wabern keine großartigen Veränderungen zum Jahreswechsel gab (siehe Statement NVV zum Fahrplanwechsel 21/22).

Engagement findet dort statt, wo man mit höheren Fahrgastzahlen rechnen kann.

Wir tuen alles um z.B. den Bahnhof Grifte so unattraktiv wie möglich zu lassen und regen uns dann darüber auf, dass die Bahn dort kein Engagement zeigt.

Wir weisen am Langen Gewende im Ortsteil Grifte ein Neubaugebiet aus u. a. mit der Begründung einer guten Anbindung an den ÖPNV und sind aber nicht bereit diese Verbindung attraktiv zu gestalten. Ähnliches gilt für die Hofreite Werner – direkte Nähe zum Bahnhof. Sollen auch die mit dem Auto nach Guntershausen oder Guxhagen fahren? Steuern sind zum steuern da. Hier steuern wir vom Individualverkehr zum umwelt- und klimafreundlicherem ÖPNV und haben die Einkommensschwächeren im Blick.

Bisher haben wir nur über den monetären Aspekt gesprochen. Werfen wir einen Blick auf den umwelt- und klimapolitischen Aspekt dieses Handelns.

Dieses Geld würde einen Baustein aus unserem Aktionsplan umsetzen.

Jede Bürgerin, jeden Bürger, die wir vom Auto zum ÖPNV bewegen können hilft uns allen weiter beim Schritt zu einem klimaneutraleren Leben hier in unserer Gemeinde.

Zu guter Letzt sollten wir nicht nur wieder ein Angebot anfordern, sondern auch das Geld bereitstellen, denn wir wissen ungefähr was es kosten wird und der NVV bekommt das Signal, das wir auch wirklich wollen.

Waldkindergarten

Ein seit Jahren von uns Grünen geforderter Schritt zur Erweiterung unseres Betreuungsangebotes in der Gemeinde wird weiter auf die lange Bank geschoben. Wir haben vor Jahren den Bedarf in der Elternschaft abgefragt, der lag bei über 30 interessierten Eltern, die bereit waren Ihr Kind in einen Waldkindergarten zu schicken. Doch wir geben dieser Generation von Kindern nicht die Chance in einem Waldkindergarten aufzuwachsen. Dabei würde uns die Einrichtung einer Wald-Kita mit 24 Plätzen weit weniger kosten als eine Gruppe gleicher Stärke in den Neubauten. In unseren Nachbargemeinden entstehen Wald-Kitas in einem Kostenrahmen von um die 200.000,00 € pro Gruppe im Vergleich zu annähernd 1 Million bei den Neubauten. Des Weiteren gibt es einen Privatinitiator, der Waldkindergärten betreibt und die Gemeinde damit entlastet könnte, im Bereich Realisierung und Betrieb. Wir fordern den Bürgermeister auf mit diesem Initiator Kontakt aufzunehmen, um eine möglichst schnelle Lösung der Elternschaft anbieten zu können. Die Unterbesetzung unseres Bauamtes und die vor uns liegenden Aufgaben, die uns unser Bürgermeister bei einem Haushaltsgespräch aufgezeigt hat, lässt eine schnelle Umsetzung durch die Gemeinde nicht erkennen. Auch wenn der Wille dazu ständig erklärt wird.

Der Bürgermeister wird nicht müde uns den Haushalt als nachhaltig und bestückt mit vielen Grünen Inhalten anzupreisen.

Als größter Nachhaltigkeitsbrocken müssen da die Kita-Neubauten herhalten.

Hier wird alles was teuer ist mit dem Nachhaltigkeitsfaktor untermauert.

Da sind z. b.:

Die zementäre Fußbodenbeschichtung an Stelle eines Linoleumbelages mit 200.00,00 €. Das sind nur die Material-Mehrkosten. Die Vorbereitung des Untergrundes, insbesondere die einer Holzdecke, werden noch weitere Kosten verursachen. Das hat sich beim Estrich schon angedeutet.

Immer noch stehen wir bei der Raumlufthygiene beim absoluten Minimum, dem Feuchteschutz.

Die Gruppenräume verfügen über z. T. kein Fenster zum Lüften nach außen, sondern nur über eine Balkontür, welche zu kippen oder zum Öffnen ist, wie eine Ausgangstür. Kippen ist bekanntlich die ineffektivste Lösung einer Lüftung.

Die Raumvolumina der Gruppenräume im EG sind nicht großartig anders als im Bestand, hier insbesondere im Vergleich zur Villa Kunterbunt. Da sind sie durch das Pultdach eher noch größer. Uns wurde anfänglich das Lüftungskonzept mit einem entsprechend großem Volumen der Räume bzw. der KiTa verkauft. Das hat sich für das EG nicht bestätigt.

Die Möbel in der Ausschreibung Tischlerarbeiten 2 werden aus Sperrholzplatten hergestellt. Hier handelt es sich u. a. auch um die kleinen Küchen in den Gruppenräumen. Selbst die Arbeitsplatte wird aus Sperrholz, grundiert und geölt. Das ist ein Qualitätssprung, den man sich leisten könnte, bei übermäßigem Budget – auch würde ich eine Küchen-Arbeitsplatte aus Sperrholz grundsätzlich in Frage stellen – doch wir haben längst über das Ziel hinausgeschossen.

Jetzt kommen auch noch Plattenbeläge in der Farbe der Außenfassade zu um die 100,00 €/m².

Den Nachhaltigkeitsfaktor einer farbigen Gehwegplatte erschließt sich mir nicht – ich würde da gern um Erläuterung bitten, welche Nachhaltigkeit gemeint ist.

Bei der Vorstellung der Außenanlagen für die beiden Kitas im baubegleitenden Ausschuss hat das umsetzende Büro einen kontinuierlichen Wasserbedarf für die Pflege der Pflanzen bejaht, auch über den Zeitraum des Anwuchses hinaus (warme/trockene Sommer). Ich erinnere an unseren Antrag der Regenwasserspeicherung von den Kitadächern zum Zwecke der Wässerung von Pflanzen, insbesondere da nebenan in Besse noch der Mehrgenerationenspielplatz liegt. Dieser Antrag wurde, auf der legendären Sitzung zur Legitimierung des Schwarzbaues Mehrgenerationenspielplatz Besse, unter anderem mit dem Spruch – das ist gefährlich – abgelehnt. Heute beschäftigen wir uns mit einem Antrag zur Regenwassernutzung von den Kita-Dächern für z. B. die Friedhofsbewässerung – der kommt jetzt von der CDU. Ein gutes Beispiel für die fehlende Bereitschaft auf unsere Vorschläge einzugehen, weil Sie aus der Opposition kommen.

Wir vermissen weiterhin eine politische Diskussion über die Entwicklung unserer Gemeinde im Bereich von Gewerbe/Handel/Handwerk. Wir haben schon beim Nachtragshaushalt 2021 darauf hingewiesen. Ein großer Gewerbesteuerzahler wird das Gemeindegebiet verlassen und hat sich vor unseren Grenzen neu aufgestellt. Ein weiterer Player aus dem Discounterbereich wird bei ausbleibender Entwicklungsmöglichkeit auch über kurz den lang die Gemeinde verlassen. Es bleibt die Frage: Wie wollen wir uns entwickeln?

Das Maß an Schuldenaufnahme für die beiden Kita-Neubauten verbunden mit einem Mangel an Bereitschaft Fehlschritte zu korrigieren, die fehlende Bereitschaft zur Schaffung einer Diskussionskultur über die Entwicklung unserer Gemeinde, insbesondere im Zuge der Fertigstellung der A49 und dem damit verbundenen Druck auf unsere Flächen entlang der Autobahn. Ein vom Bürgermeister eigenwillig gewählter Weg beim Klimarat und nicht zu Letzt eine überforderte Verwaltung bringen und uns zu dem Entschluss den Haushalt abzulehnen.