• Name des Verein / Organisation: BUND Ortsgruppe Edermünde

Jetzt sind wieder Fuchswochen!!

Klingt irgendwie ganz niedlich, oder? Vielleicht eine Zeit mit Schnäppchen-

angeboten?

Doch leider ist es die verharmlosende Bezeichnung für die systematische

Tötung von möglichst vielen Füchsen im Januar und Februar. Fuchswochen

sind mehrere Jagdreviere übergreifende Veranstaltungen, bei denen mit allen

zur Verfügung stehenden Jagdmethoden Hatz auf Füchse gemacht wird. Am

Ende einer solchen Tötungsaktion liegen bisweilen mehrere Dutzend Füchse

„auf der Strecke“ – etliche von ihnen nicht "waidgerecht" (also tierschonend)

getötet, sondern unter Qualen. Jagdverbände laden zu dieser "Tradition" ein,

gerne in Verbindung mit deftigem Essen, lustigem Beisammensein und Prämi-

en für die Jäger mit den meisten Füchsen.

Vor diesem Hintergrund fordert der BUND schon seit Jahren ein Ende dieser

verrohten "Tradition" und stellt den generellen Sinn infrage

„Die Fuchsjagd verstößt gegen das Tierschutzgesetz, da es keinen vernünfti-

gen Grund für die Tötung von Füchsen gibt“, sagt Holger Sticht, Landesvorsit-

zender des BUND in NRW. So gebe es weder eine wirtschaftliche Verwertung

der Tiere noch könnten durch die Fuchsjagd Krankheiten bekämpft werden.

„Besonders perfide ist, wenn diese willkürlichen Abschlachtungen noch als Na-

turschutzmaßnahme verkauft werden. Der Fuchs gefährdet tatsächlich keine

einzige andere Tierart, ihm wird lediglich der Schwarze Peter für den Rückgang

von Tierarten untergeschoben, die unter der intensiven Landwirtschaft leiden“,

sagt Sticht.

Die Bekämpfung des Fuchsbandwurms sowie die "Populationskontrolle"

scheiden als Begründung aus.

Unabhängige Studien weisen nach: Bei einer Erhöhung des Abschusses von

Füchsen nimmt der Bestand insgesamt nicht ab, dafür nimmt der Befall von

Füchsen mit dem Fuchsbandwurm stark zu.

Die Fuchsjagd erhöht also eher die Gefahr für Haustiere und Menschen.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 400.000 Füchse durch Bejagung

getötet. Hierbei kommen stark umstrittene Methoden zum Einsatz (Baujagd,

Tötung von Jungtieren, von führenden Elterntieren, Tötung durch Hunde,

Scharfmachen der Hunde an lebenden Füchsen...)

Ähnlich wie bei Waschbären führt maximale Bejagung nicht zu einem effekti-

ven Rückgang der Population. Hier braucht es neue Wege.

Das Aktionsbündnis Fuchs ist ein Zusammenschluss aus derzeit mehr als 40

Tier- und Naturschutzorganisationen.

Viele Argumente sprechen dafür, die Fuchsbejagung bundesweit zu beenden,

so wie seit 2015 in Luxemburg, wo stabile Fuchszahlen und ein Rückgang des

Bandwurmbefalls beobachtet werden können.

Rotfuchs-Weibchen mit Jungtier (Vulpes vulpes). Foto: Herwig Winter