• Name des Verein / Organisation: BUND Ortsgruppe Edermünde

Gutgemeint – schlechtgemacht (Teil3):

Natürlich heißt nicht automatisch harmlos

Wer seinen Garten naturnah pflegen möchte, greift oft zu vermeintlich „sanften“

Alternativen statt zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Hausmittel wie Essig

oder Salz gegen Unkraut sowie biologische Mittel auf Neem- oder Pyrethrum-

Basis gelten vielen Hobbygärtnern als umweltfreundlich. Doch genau hier liegt

ein verbreiteter Irrtum:

Auch natürliche Stoffe können Böden, Wasserorganismen oder Nützlinge

schädigen.

Der BUND weist darauf hin, dass Hausmittel wie Essig, Salz oder Backpulver

zur Unkrautbekämpfung problematisch und teilweise sogar verboten sind.

Salz verändert langfristig die Bodenstruktur und schädigt Mikroorganismen

sowie Pflanzenwurzeln. Essig wiederum beeinflusst den pH-Wert des Bodens

und kann nicht nur unerwünschte Wildkräuter, sondern auch benachbarte Gar-

tenpflanzen beeinträchtigen. Zudem besteht die Gefahr, dass Rückstände ins

Grundwasser gelangen. Besonders häufig werden solche Mittel auf Wegen

oder Terrassen eingesetzt. Genau dort ist die Anwendung vieler Herbizide ge-

setzlich streng geregelt, weil Regen die Stoffe leicht in die Kanalisation oder ins

Grundwasser spülen kann. Der BUND empfiehlt deshalb mechanische Metho-

den wie Jäten, Hacken oder Fugenkratzer statt chemischer oder „natürlicher“

Spritzmittel. Auch biologische Pflanzenschutzmittel sind nicht automatisch

ungefährlich. Neemöl aus dem Neembaum etwa gilt als „natürlicher“ Wirkstoff

gegen Blattläuse und andere Schädlinge. Dennoch gegen Insekten allgemein.

Es können somit auch nützliche Arten geschädigt werden. Ähnliches gilt für

Pyrethrum, einen Pflanzenwirkstoff aus Chrysanthemen, der ebenfalls Nerven-

gifte enthält und nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheidet.

Die Herkunft eines Mittels sagt wenig über seine Umweltverträglichkeit aus.

„Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „unschädlich“. Für einen naturna-

hen Garten braucht man weniger Bekämpfung und mehr Geduld. Wer Pflan-

zen stärkt, Vielfalt zulässt und auf robuste heimische Arten setzt, reduziert

Schädlingsprobleme nachhaltiger als mit jeder Spritzlösung.

Viele heimische Blumen kommen von selbst, sobald der Rasenmäher Pause hat.

Foto: C. Küneweg