Gut gemeint – schlecht gemacht: Teil 2
Blumenwiesen: Hopp oder Topp?
Bunte „Bienenweiden“, „Schmetterlingsparadiese“ oder "Wildblumenmischun-
gen" wirken auf den ersten Blick immer wie ein Gewinn für die Natur. Doch vie-
le Saatmischungen sind für Insekten nicht hilfreich – manche können sogar
schaden.
Es geht natürlich beides: Schön UND naturfreundlich! Aber wie?
No Go: Unbesehen Mischungen aus Discounter oder Bau-
markt verwenden
Viele dieser Tütchen vor allem exotische Zierpflanzen oder stark gezüchtete
Sorten. Sie sehen zwar spektakulär aus, bieten heimischen Wildbienen und
Schmetterlingen aber oft kaum Nahrung. Besonders problematisch sind ge-
füllte Blüten –
sie produzieren wenig Pollen und Nektar oder sind für Insekten
schwer zugänglich.
No Go: Exotische oder invasive Arten
Pflanzen aus Nordamerika oder Asien blühen zwar bunt, sind aber oft nicht an
unsere heimischen Insekten angepasst. Viele Wildbienen sind auf bestimm-
te Pflanzen spezialisiert, mit denen sie sich über Jahrtausende gemeinsam
entwickelt haben. Fehlen diese Pflanzen, fehlt auch die Lebensgrundlage für
zahlreiche Arten.
Auch invasive Arten können über Saatmischungen eingeschleppt werden. Eini-
ge breiten sich aggressiv aus und verdrängen heimische Pflanzen. Das verän-
dert langfristig ganze Lebensräume. Fachstellen empfehlen deshalb regiona-
les, zertifiziertes Wildpflanzensaatgut mit heimischen Arten.
No Go: Falscher Standort
Nicht jede Mischung passt überall. Manche Arten brauchen trockene, magere
Böden und viel Sonne, andere eher feuchte oder halbschattige Plätze. Wird ein-
fach „drauflos gesät“, setzen sich oft dominante Gräser oder einzelne robuste
Arten durch – die Vielfalt verschwindet schnell wieder.
Aber wie geht es richtig?
Möglichkeit 1: Den Rasen seltener mähen (VIEL seltener!) und entspannt war-
ten. Der optimale Start ist der MÄHFREIEMAI (der hier auch schon Thema war).
Gemäht wird nur ein- oder zweimal jährlich (z. B. Juli und Oktober).
Heimische Wildblumen und Tiere werden jedes Jahr mehr!
Möglichkeit 2 (für leere oder neue Flächen): Heimisches Saatgut z.B. von
https://wildblueten.de/shop/ oder hier:
https://www.bund-soest.de/og-soestwelver/wildblumenwiese-soester-mi-
schung-heimisches-saatgut/

Der Blühstreifen zwischen Haldorf und Grifte wurde mit regionalen, mehrjährigen
Pflanzen angelegt und wird sich selbst wieder aussäen.
Foto: C. Küneweg
