Frischer Wind in den KGH-Segeln gewünscht...
Auf der KGH-Jahreshauptversammlung am 30.04.22 (s. Einladung) sind verschiedene Positionen im KGH-Vorstand neu zu besetzen, mit dem Ziel, den Verein in „jüngere Hände“ zu übergeben und neu (moderner) zu struktu- rieren. Aus diesem Grund sind mit den bisherigen, langjährigen Amtsinha- bern Interviews geführt worden, die an dieser Stelle in loser Folge gezeigt werden sollen...
Interview mit Präsident Rainer Kilian (Teil 1)
Wie würdest du nach 32 Jah- ren als Präsident der KGH und insgesamt 50 Jahren Mitar- beit in Vereinsvorständen deinen Gemütszustand be- schreiben?
Nach einem tollen 5x11 jährigen Jubiläum kam die Pandemie zu uns. Unser ge- liebter Karneval am Hahn und viele andere Veranstaltungen blieben auf der Strecke. Das belastet uns alle in den Verei- nen sowie Familien sehr. Nun noch der schreckliche Krieg in Europa. Das belastet na- türlich auch mich persönlich enorm.
Wird es dir persönlich
schwerfallen, nach all der Zeit nicht mehr selbst „das Ruder in der Hand“ zu haben und in die zweite
Reihe zu treten?
Ich bin durch und durch ein Vereinsmensch und habe viele Führungsaufgaben in unseren Vereinen und im Beruf begleitet. Der Übergang vom Beruf in den ‚Unruhestand‘ ist mir auch gelungen. So werde ich auch in der zweiten Reihe mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich gebe das Zepter gerne in jüngere Hände.
Wie hat sich die Arbeit im Vereinsvorstand in deiner Zeit als Präsident ver- ändert?
Innerhalb der KGH hat sich seit 1990 eine Menge geändert. Wir haben ge- meinsam viele Prozesse verändert und den Kreis der ehrenamtlich Tätigen deutlich vergrößert. Wir haben die KGH zu einem gut organisierten Verein entwickelt. Mit der Gründung des KGH-Förderkreises und der KuG wurde die KGH Familie erweitert. Große Herausforderungen für die gesamte Vereins- arbeit ist die stetige Zunahme der Bürokratie für uns ehrenamtlich Tätige. Die Regelungen im Vereins- + Steuerrecht erfordern eine dauernde Fortbil- dung. Die erlernten Kenntnisse haben mir auch im Beruf oft weitergeholfen.
Rückblickend betrachtet – was waren die größten Herausforderungen in deiner Tätigkeit als Präsident und was hat dich bewogen auch in turbulen- ten Zeiten „am Ball zu bleiben“?
Gleich zu Beginn meiner Präsidententätigkeit war die Schließung unseres Vereinslokals „Der Herberge“ die größte Herausforderung. Wir hatten keine Räumlichkeit mehr, um Karneval zu feiern. Danach die Insolvenz des Rast- hauses Schwalm-Eder. In einer Nacht- und Nebelaktion mussten wir unser gesamtes “Hab und Gut“ ausräumen. Der Verein bestand nur noch aus „2 Anhängern voll Inventar“. Viele Gespräche waren nötig, um mit der Politik zu neuen Lösungen zu kommen. Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und das DGH umgebaut und eine eigene Bühne gekauft. Im Rahmen der Dorfer- neuerung wurde das DGH erneut mit Bühne, Bistro und Museum umgebaut. Viele freiwillige Helfer haben mitgewirkt und mich motiviert, immer wieder weiter zu machen.
Wie schafft man es, alle Herausforderungen – beruflich, familiär und im Ehrenamt unter einen Hut zu bringen?
Man benötigt einen starken Willen und eine gute Kondition. Die Familie muss mitziehen und einem den Rücken freihalten. Da gilt mein ganzer Dank meiner Familie! Beruflich war ich ja viel unterwegs und dann blieb oft nur der späte Abend und Wochenende für die Vereinsarbeit übrig. Es hat trotz der hohen Belastungen Spaß gemacht, da die KGH-Familie toll zusammen- steht und mithilft.
