Naturschutz beginnt im eigenen Garten
Der Herbst steht vor der Tür – und damit beginnt in vielen Gärten das große Aufräumen. Verblühte Stauden werden abgeschnitten, jedes Blatt wird zusammengeharkt und auch der letzte Zweig verschwindet im Gartenabfall. Doch wer der Natur etwas Gutes tun möchte, darf jetzt ruhig einmal weniger ordentlich sein. Denn was für uns nach Unordnung aussieht, ist für viele Tiere ein wichtiger Lebensraum. Laub bietet Käfern, Spinnen und anderen kleinen Gartenbewohnern Schutz. Unter einem Reisighaufen finden Igel und andere Kleintiere ein Versteck. In den trockenen Stängeln verblühter Stauden können Insekten überwintern, und ihre Samenstände dienen Vögeln als Nahrung.
Warum nicht einfach mal im eigenen Garten sitzen und entspannen, anstatt hektisch aufzuräumen? Win - win sozsagen für euch und die Natur!
Deshalb lautet ein einfacher Naturschutz-Tipp für den Herbst: Nicht alles abschneiden und nicht alles wegräumen. Eine Ecke des Gartens darf bewusst wild bleiben. Laub kann unter Sträuchern liegen bleiben, Äste und Reisig können zu einem kleinen Haufen aufgeschichtet werden. Auch verblühte Stauden müssen nicht sofort der Gartenschere zum Opfer fallen. Wer zusätzlich bis in den Herbst hinein blühende, möglichst heimische Pflanzen im Garten hat, bietet Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen wertvolle Nahrung. Eine flache Wasserstelle kann ebenfalls helfen – vorausgesetzt, Tiere können sicher wieder herausklettern. Natürlich muss ein Garten nicht komplett sich selbst überlassen werden. Wege, Sitzplätze und Beete dürfen gepflegt werden. Entscheidend ist vielmehr, ein bisschen Platz für die Natur übrig zu lassen.
Vielleicht ist das sogar eine gute Gelegenheit, die eigene Vorstellung von einem schönen Garten zu überdenken: Ein Garten muss nicht überall sauber und aufgeräumt aussehen, um schön zu sein. Manchmal ist eine wilde Ecke genau das, was die Natur braucht.
Wer im Herbst weniger aufräumt, kann im nächsten Frühjahr mehr Leben entdecken.
Der BUND Edermünde wünscht einen lebendigen Herbst!

Der Herbst schmeckt nach Äpfeln! "Schafsnasen" auf der BUND Streuobstwiese Foto: C. Küneweg
